von Ted und Marilyn Bader
Mellas Meinung |
![]() erstmals erschienen: Februar 1997
Mellas Meinung Nach einem Vorwort, welches auf die Geschichte der Sequels zu Jane Austen's Werken blickt, befindet sich der Leser auf Pemberley, wo alle Vorbereitungen für die Ankunft des Hausherren und seiner Frischangetrauten getroffen werden. Schon bei der Begrüßung zwischen all den altbekannten Charakteren, entstehen unpassende Gespräche über Themen, die, quasi zwischen Tür und Angel, als absolut gestellt wirken. Insgesamt sind die Gespräche und das Verhalten von Personen, so zum Beispiel zwischen Georgiana und Lizzy, zwar durch liebevolle Worte gekennzeichnet, doch wirken sie im Endeffekt nur oberflächlich. Ebenso ist die Handlung mehr als einfach zu durchschauen - bei dem Einführen der neuen Charaktere ist sofort deutlich, wer für wen bestimmt ist. Das wohl Bemerkenswerteste ist, dass Lizzy, natürlich nach Komplikationen, mit Zwillingen gesegnet wird. Weiterhin sind da noch jene plumpen Aufgriffe - Erinnerungen - um eine Verbindung zu "Pride and Prejudice" zu schaffen. Diese Bezüge zu Jane Austen's Werk hätten genauso mit fettgeruckter Rotschrift stehen können. Nebenbei soll bemerkt sein, dass jeder nach diesem Buch den "wahren" Grund für den Tod Darcy's Vater weiß: Er war Alkoholiker und starb an den Folgen. "How delightful this shall be, a sligh ride in the country; I anticipate how jealous my friends in London will be." Wenn diese Worte Miss Bingley's gewöhnlichen Sarkasmus beinhaltet haben, habe ich ihn nicht gefunden - auch nicht im Kontext im Buch. Und wie war das doch gleich... "polluted waters of Pemberley"? Religion sticht als herausragendes Thema ins Auge. Doch Anmerkungen auf zeitliche Umstände wirken ebenso wie ein Muss und als gezwungenermaßen verwendet. Nach "Section One" macht der Leser plötzlich einen Sprung von NEUN Jahren. Georgiana ist immer noch unverheiratet und steht mit ihrem Drang zur Ehe im Mittelpunkt. Unübersehbar sind die Ansätze der Baders zu Romantik, doch entweder wollten sie es bei den Ansätzen belassen, oder waren sie zu mehr Einfallsreichtum durch einen Mangel an Beschreibungsgabe nicht in der Lage. So bleiben Charaktere sich selbst untreu. Kommt es dazu, Gefühle auszudrücken, wird es schnell unerträglich kitschig und vermittelt auch den Eindruck als musste es aus taktischen Gründen gerade jetzt eingebracht werden. Das grösste Vergehen an den Charakteren von Darcy und Lizzy ist in der Szene zu spüren, wo ein ungebetener Verehrer (von Lady Catherine bevorzugter Kandidat) Georgiana im Beisein von den Darcys einen Antrag macht und Georgiana als Unterstützung lediglich ein Lächeln - ein ermutigendes ! - bekommt. Auch später im Buch wird Darcy in die Lage versetzt für seine Schwester um die Hand ihres Begehrten anzuhalten - um nur zwei Beispiele zu nennen. Durch typisch skandalöse Zwischenfälle und Unstände wird alles zurechtgerückt und jeder erfährt sein Happy End. So auch Mary und Kitty ganz nach den Jane Austen Überlieferungen. Statt Wickham - welcher auch hier wieder eine undankbare Rolle hat - ist Lady Catherine die treibende Kraft, um Unheil heraufzubeschwören. Aber das klärt sich ja alles an ihrem Sterbebett... Doch die Handlung ist nicht einmal das Schlimmste. Das ist mit Abstand der Erzähl- bzw. Schreibstil. Um dieses Buch am passendsten zu beschreiben, kann ich mich nur Worten wie langweilig, lächerlich und unnütz bedienen. Schnell ertappte ich mich selbst dabei, dass ich nur noch weiterlas, um weiteren "Unsinn" ausfindig zu machen. Zugegeben, manchmal überkam mich das Gefühl von Verbesserung, doch schnell, spätestens im folgenden Absatz, wurde ich immer wieder eines Besseren belehrt. Eine weitere enttäuschende Fortsetzung, die nicht lesenswert ist und bei der man eher dazu geneigt ist, darüber nachzudenken, ob Tennant oder Bader den schlechteren Job gemacht haben. (von Mella 09/04) |
Index | Update | Biographie | JAs Werk | JAs England | Links | Sekundärliteratur | |
Filme | Musik | Fanfiction | Suche | Gästebuch | Chat | JAF-ML | Board |