Pride, Prejudice and Jasmin Field

von Melissa Nathan


Klappentext Kirstens Meinung Ulrikes Meinung

Pride,    Prejudice and Jasmin Field  - Buchcover

Zitat aus dem Klappentext:

It starts out as a lark for Jasmin Field, the charming, acerbically witty columnist for a national women's magazine. She joins a host of celebritites gathering in London to audition for the season's most dazzeling charity event: a on-night-only stage production of Jane Austen's immortal Pride and Prejudice, directed by a starring the Academy Award-winning Hollywood heartthrob Harry Noble. And nobody is more surprised than Jasmin herself when she lands the lead role of handsome Harry's love interest, Elizabeth Bennet. But things start to go very wrong very quickly. Ms. Field's delicious contempt for the arrogant, overbearting Harry Noble goes from being wicked fun to infuriating. Her breif moment of theartrical glory loosk as if it's going to be overshadowed by the betrayal of her best friend, the disintegration of her family and the implosion of her carrer. Ans suddenly she can't remember a single one of her lines. But, worst of all, Harry Noble - who, incidentally, looks amazing in tight breeches - has started to stare hard at Jazz with that sort of glimmer in his eyes...

erstmals erschienen: Januar 2000
Taschenbuch, Avon Books, ISBN: 0060184957


Kirstens Meinung

Von den Adaptionen und Fortsetzungen, die ich bisher gelesen habe, gefällt mir "Pride, Prejudice & Jasmin Field" - das es leider (noch?) nicht auf deutsch gibt - am besten. In keinem der anderen Bücher fand ich die Charaktere von Darcy und Lizzy so treffend wiedergegeben. "Pride, Prejudice & Jasmin Field" ist eine moderne Version von "Stolz und Vorurteil", in der Melissa Nathan die äußeren Gegebenheiten der Geschichte in meinen Augen sehr geschickt den heutigen Maßstäben angepaßt hat.

Jasmin Field (Elizabeth Bennet) ist Journalistin und erhält die Rolle der Lizzy in einer Benefiz-Produktion von "Stolz und Vorurteil", bei der der erfolgreiche Schauspieler Harry Nobel (Darcy) Regie führt und - wie soll's anders sein - die Rolle des Mr. Darcy übernimmt. Natürlich trifft man auch die übrigen vertrauten Charaktere wieder: Wickham, Bingley, Jane, Lydia, Lady Catherine, Charlotte und ... und .. und ... Es ist wirklich amüsant zu verfolgen, wie Melissa Nathan die einzelnen Personen "modernisiert" hat. Und obwohl sie die Namen geändert hat, ist unschwer zu erkennen, wer welcher Figur aus dem Original entspricht. Natürlich kenne ich "Stolz und Vorurteil" und wußte daher, wie die Geschichte ausgeht, aber trotzdem was es interessant zu verfolgen, wie Jasmin Field und Harry Nobel sich zusammenraufen und ich war bis zum Schluß gefesselt. Jedem, der sich auch für moderne Versionen von "Stolz und Vorurteil" interessiert, sei dieses Buch wärmstens empfohlen. (Kirsten 9/2000)


Ulrikes Meinung

Ich muß gestehen, dass ich mittlerweile zu der etwas voreiligen Ansicht gelangt war, dass es doch eigentlich schon unmöglich ist, noch mehr Fortsetzungen und Parallelen zu "Stolz und Vorurteil" zu schreiben und dabei wieder etwas Eigenständiges und noch nicht Dagewesenes zu präsentieren, aber ich werde ständig eines besseren belehrt. Es werden ihrer immer mehr, z. Zt. weiß ich von 24 Stück - eine schier unvorstellbare Anzahl von Nachfolgern für ein einziges Buch!

Wieder einmal bin ich total hingerissen von dem Talent einer Autorin, Jane Austens berühmtestes und meistgeliebtes Werk in ein modernes Gewand zu kleiden. Manchmal habe ich mir beim Lesen sogar gewünscht, Stolz und Vorurteil nicht zu kennen, damit das Ende des Buches ein Geheimnis bis dahin bliebe und die Spannung dadurch größer wäre.

Melissa Nathans Hauptperson ist die Journalistin Jasmine Field. Sie arbeitet bei einem Londoner Frauenmagazin und hat dort ihre eigene wöchentliche Kolumne, in der sie ihre An- und Einsichten über ihre Mitmenschen im allgemeinen und über Josie, ihre jüngere Schwester, und deren Familienleben im speziellen verbreitet. Und diese Kolumnen sind beileibe nicht nur wohlwollenden Inhalts, denn Jasmine bildet sich viel auf ihr Vermögen ein, hinter das Gesicht, die Worte und Handlungen einer Person blicken zu können und sie dann ihrem kritischen Urteil zu unterziehen.

Was wäre dann für ihre Kolumne mehr geeignet als ihre Beobachtungen während eines Vorsprechens für eine Theateradaption von "Stolz und Vorurteil", zu dem sie als Pressevertreterin eingeladen ist? Jasmines ältere Schwester George, eine anerkannte Schauspielerin, bewirbt sich in Konkurrenz mit zahlreichen ihrer Kollegen für eine Rolle und erhält den Part der Jane Bennet. Natürlich ist Jasmine mehr als glücklich darüber, kann sie doch damit in Kontakt zu dieser Aufführung bleiben, die als Benefizvorstellung nur an einem einzigen Abend gespielt werden soll und deshalb ein gehöriges Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit genießt.

Nie im Leben hat Jasmine jedoch für möglich gehalten, dass auch sie eine Rolle erhalten würde. Obwohl auch sie die leise Absicht hat vorzusprechen, ist das doch nur mehr als Spaß und Streicheln ihres Egos gedacht. Durch einen Zufall hat sie die Gelegenheit, ein Gespräch des Regisseurs, des berühmten Mimen und Oscar-Gewinners Harry Noble, mit seinen Mitarbeitern zu überhören. Darin bezeichnet dieser arroganteTyp Jasmine abfällig als "die häßliche Schwester". Sie gerät darob dermaßen in Wut, dass sie eine solch emotionsgeladene Elizabeth Bennet im anschließenden Vorsprechen gibt, dass Harry Noble sofort von ihren schauspielerischen Fähigkeiten überzeugt ist.

Nun nehmen die Dinge, Jane Austens Vorlage entsprechend, ihren Lauf, jedoch angepaßt an die moderne Welt des Showbusiness und der Yellow Press.

Der Fan von Stolz und Vorurteil hat dabei das Vergnügen, jede Szene aus dem vorliegenden Buch mit der entsprechenden des Originals vergleichen zu können, so werkgetreu (bis auf kleine Ausnahmen) ist Melissa Nathan in ihrem Erstlingsroman. Erstaunlich und unterhaltsam zugleich ist es für den Leser, wieder und wieder eine Parallele zu "Stolz und Vorurteil" zu entdecken. Ich habe die Fähigkeit der Autorin, moderne Metaphern zu verwenden, sehr bewundert.

Die beiden Handlungen - die auf der Bühne und die ringsherum - vermischen sich schließlich auf das schönste. Und das hat nicht zuletzt mit den laufenden Proben für die Theatervorstellung zu tun, denn genauso, wie die Inszenierung fortschreitet, so entwickeln sich auch die Konflikte um die Hauptpersonen dieses Romans.

Lizzy und Darcy sind also wieder einmal auferstanden und führen ihr Leben weiter und weiter und weiter...

... und mir kamen zwei Wünsche in den Sinn, als ich am Ende des Buches angekommen war:

  • erstens, der Wunsch, dass "Pride, Prejudice and Jasmine Field" hoffentlich überhaupt und dann bald auch in deutscher Übersetzung auf dem heimischen Buchmarkt zu haben sein möge, und
  • zweitens, der Wunsch, dass noch viele Autorinnen im stillen Kämmerlein sitzen und solch vergnügliche Versionen von Stolz und Vorurteil schreiben mögen.

Denn wenn wir auch alle um das (gute) Ende der Handlung wissen, können wir dennoch nie genug von ihr bekommen, ähnlich wie von unserer Lieblingsspeise ... (Ulrike, Gast)



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