von Jane Dawkins
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![]() Zitat aus dem Klappentext: Incorporating Jane Austen's own words and characters from her other works (who appear here with different names, either associated with Austen's life, borrowed from another of her novels, or a word-play on their original name), Jane Dawkins pieces together a literary patchwork quilt to tell the story of Lizzy's first eventful year as Mrs. Darcy. The result is an entertaining and satisfying tale which will surely delight Jane Austen fans everywhere. erstmals erschienen: April 1999
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Kirstens Meinung Jane Dawkins hat die Form ihrer Erzählung an Jane Austens ersten Entwurf von "Stolz und Vorurteil", "First Impressions" ("Erste Eindrücke") angelehnt, den diese als Briefroman verfasst hatte. So erzählt Elizabeth Bennet - jetzt Mrs. Darcy - in Briefen an ihre Schwester Jane, wie es ihr in ihrem neuen Zuhause ergeht und was sich alles Berichtenswertes im ersten Jahr ihrer Ehe ereignet: der erste grosse Ball im eigenen Haus, ein Besuch der Familie, eine Reise nach London, Nachwuchs, ein Verlöbnis... all das, was zu erwarten ist und wir schon auch anderen Fortsetzungen von "Stolz und Vorurteil" kennen. Natürlich finden auch all die alten und lieb gewonnenen Bekannten aus "Stolz und Vorurteil" Erwähnung, aber nicht nur diese. Jane Dawkins hat auch eine Reihe zusätzlicher Charaktere hineingebracht, die aus Jane Austens anderen Romanen oder gar ihrem persönlichen Umfeld stammen. Jedoch hat Jane Dawkins die Namen der Personen geändert, so dass man anhand dieser neuen Namen - die oft Hinweise geben - oder aber anhand der Charaktere der Personen erraten muss, wen sie bei der Kreation im Hinterkopf hatte. Dieses Rätselraten ist aber eigentlich auch schon das unterhaltsamste an der Geschichte. Denn mit dem beschriebenen Geschehen gelang es Jane Dawkins nicht, mich zu fesseln. Vielleicht liegt es ja an der Briefform, aber wirkliche Spannung kam nicht auf. Vielmehr erschien es mir wie eine oberflächliche Aufzählung von Ereignissen. Da habe ich andere Fortsetzungen mit deutlich mehr Tiefgang gelesen. (Kirsten 9/2000) |
Ulrikes Meinung Noch ein Buch, das über das erste gemeinsame Jahr von Elizabeth und Darcy berichtet. Es scheint so, als ob dieses erste Jahr besonders anregend auf die Phantasie so vieler Autorinnen wirkt. Und wenn man so wie ich schon viele Sequels zu Stolz und Vorurteil gelesen hat, wird man nicht umhin können zuzugeben, dass die meisten dieser Geschichten sich sehr ähnlich sind - aber das liegt wohl in der Natur der Sache, gehen sie doch alle von derselben Situation aus. Was dieses Buch von anderen unterscheidet, ist, dass es in Briefform geschrieben wurde. Wer sich ein bißchen mit der Geschichte von Stolz und Vorurteil auskennt, weiß, dass Jane Austen zuerst einen Briefroman mit dem Titel First Impressions (Erste Eindrücke) geschrieben hat, den sie erst später (nach dem Erfolg von Verstand und Gefühl) zu Stolz und Vorurteil, wie wir es heute kennen, umarbeitete. Diese Briefroman-Schablone ist in meinen Augen der Grund dafür, warum ich beim Lesen von Letters from Pemberley nicht das gleiche Gefühl des Unterhaltenwerdens empfand wie bei anderen Fortsetzungen von Stolz und Vorurteil. Die gesamte Handlung wird von Elizabeth in Briefen an ihre Schwester Jane erzählt und entbehrt so jeder stärkeren Dynamik. Elizabeth bemüht sich zwar, jede Einzelheit für Jane aufs Genaueste zu beschreiben, aber dadurch, dass die beteiligten Personen nur durch eben diese Beschreibungen dem Leser vor Augen geführt werden, fehlt ihnen ein großer Teil ihrer Lebendigkeit. Dies betrifft natürlich nicht solch alte Bekannte wie Georgiana, Mrs. Reynolds, die Bennets und Bingleys und natürlich Mr. Darcy. Durch meine Vertrautheit mit ihnen konnte ich ein viel besseres Verständnis für Elizabeths Gedanken und Berichte über sie entwickeln als ich das bei von Jane Dawkins erfundenen Figuren konnte. Diese "Fremden" macht wiederum der Fakt interessant, dass sie sozusagen von der Autorin verfremdet wurden. Sie sind sämtlich Charaktere aus Jane Austens anderen Romanen, tragen aber Namen von Personen wieder anderer Jane-Austen-Romane oder gar von Personen aus Jane Austens persönlichem Umfeld. Manchmal sind diese Namen auch nur Wortspiele, so dass der Leser, wenn die Handlung an sich schon nicht viel Spannendes zu bieten hat, genug zu tun hat, diese Zusammenhänge zu erkennen. Um das Vergnügen des Rätselratens noch ein bißchen zu vergrößern, hat Jane Dawkins ihre (Vor-) Namensvetterin auch schon mal zitiert. Man stutzt unwillkürlich beim Lesen von altvertrauten Sätzen und freut sich darüber so, als hätte man eben einen guten alten Bekannten getroffen. Jane Dawkins bezeichnet deshalb ihr Buch auch nicht als Sequel, sondern als "Patchwork Quilt", in dem man Fetzen alter Lieblingskleider zu einem neuen Stück verarbeitet. Ich denke, darin liegt das Besondere dieses Buches, und ich bin sicher, es wird den Leser dazu verleiten, es wiederholt in die Hand zu nehmen, denn wer kann schon einem guten Rätsel widerstehen? Zur Handlung von Letters from Pemberley an sich ist nicht viel zu sagen. Es wird nichts erzählt, was sich nicht so oder so ähnlich in anderen Fortsetzungen von Stolz und Vorurteil wiederfindet: Elizabeth lernt langsam, Pemberley als ihr Heim zu betrachten; ein Ball wird veranstaltet; eine Reise nach London unternommen; die Bennets kommen zu Besuch, und mehrere Babys sind dabei, das Licht der Welt zu erblicken. Einzig das Ende des Buchs birgt Überraschendes: eine Hochzeit wird angekündigt - aber wer da wen heiraten wird, das verrate ich nicht, sondern bitte darum, es als einen Teil des Rätsels um Letters from Pemberley zu betrachten. (Ulrike, Gast) |
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