von Norma Gatje-Smith
Mellas Meinung |
![]() erstmals erschienen: September 2004 gebundene Ausgabe, AuthorHouse, ISBN: 1418426598
Mellas Meinung Würde es nicht so ausdrücklich über dem Titel des Buches stehen, ich würde starke Zweifel darüber hegen, ob diese Autorin wirklich ein Buch Jane Austens fortsetzt. Habe ich bis jetzt andere Folgeromane als eintönig, uninteressant und oberflächlich beschrieben - sie waren mit Sicherheit ein Lesevergnügen gegenüber "Trust and Triumph". Man mag darüber hinwegsehen, dass eine Mrs Darcy mit Georgiana frühmorgens im Nachthemd fröhlich daherklimpert und Lieder einstimmt, damit den Hausherren aus dem Bett lockt und sich daraufhin ein heiteres Zusammentreffen mit Umarmungen und offenherzigen Neckereien, sowie gleichartiger Anspielungen ereignet. Doch, Elizabeth als "perfect brunette English beauty" und "Fitz William Darcy" nicht minder die Inkarnation eines jungen Gottes? Um das Glück perfekter zu machen, bezeugt ein Rückblick auf die erste Begegnung, die Liebe auf den ersten Blick. Eine erste Begegnung, auf einem Ball, auf dem Darcy betete: "Dear Lord, forget my prayers for Georgianna temporarily, I must have that woman." Nicht erstaunlich genug? Was damit, dass Lizzy dann ihn aufsucht, da von Mrs Bennet dazu gedrängt sich selbst vorzustellen? Keiner der plant, mutig selbst zum Buch zu greifen, muss sich darum sorgen, dass ich zu viel preisgebe - fast alle Beispiel treten allein im ersten Kapitel zum Vorschein! Denn allein der Auftakt bezeugt, diese Sequel hat nichts gemein mit "Pride and Prejudice". Ich will sogar bezweifeln ob die Autorin dieses Buch überhaupt gelesen hat. Wie könnte man sonst annehmen, dass eine "Georgianna Rosemarie Darcy" jemals ausrufen könnte: "What a pair! ... Pemberley could burn down and they would go on with their love making under the covers." oder von einem Darcy, dass er dreist in der Kirche Hunsfords, beim an einander vorbeigehen, einen schmalen Gang nutzt, um Elizabeths Taille zu begrabschen? Dies sind nur wenige von unzählig vielen Vergehen Norma Gatje-Smiths an so wunderbar umfangreichen Charakteren, einst von Austen geschaffen. Vergeblich wartete ich auf den Scherz hinter Darcys Geständnis "We have a ghost." Egal was Norma Gatje-Smith an Ideen hervorbringt, von Darcys Chellospielen in Covent Garden oder überdramatisierte Unfälle, bis zu den potentiellen Heiratskandidaten, alle sind sie einfältig und unvorstellbar. Die Dialoge sind nicht nur inhaltslos, sondern auch naiv und oberflächlich. Der Erzählstil ist der eines Märchens für Vierjährige. Alle paar Zeilen wird der Leser zudem über die genauen Gedanken der Personen informiert, damit er auch den sprungartigen Wandlungen von "she wished he would move far, far away" bis "Oh, what ghastly confusion! I think I would have wonderful looking sons if he were their father." folgen kann. Warum schreibt jemand überhaupt eine Fortsetzung zu einem Roman, wenn man vorgegebene Handlungsstränge, geschweige denn Personen, nicht annimmt und von Grund auf völlig zerreißt? Die charakteristischen Eigenschaften werden skrupellos zu sentimental kitschigen Klischees und gleichen nicht im entferntesten jenen von Austen. Ob Darcy, der jedes Buch vor seiner Schwester selbst liest, um Passagen mit kleinsten Annäherungen zwischen Mann und Frau zensieren zu können oder Mrs Reynolds, die Georgiana dann aufklären soll, mit Tieren als Anschauungsmaterial - selten wird die Absurdität übertroffen mit der auf Intimitäten in der Darcy-Ehe angespielt wird. Eine eventuell denkbare Konkurrenz wäre natürlich die gesamte Handlung selbst, denn da sich alles um das Verkuppeln junger Schwestern dreht, passen sich die Endresultate vergnüglich der Albernheit des ganzes Buches an. So wie Georgiana "suddenly realized, with a thrill, they (Anm.:Darcy und Lizzy) were in bed!" und ihr dabei der Atem dramatisch stockt, bleibt mir die Luft beim Gedanken daran weg, dass dies nur wenige von unzähligen Beispielen dafür sind, dass dieser Roman, ganz sicher nicht verdient mit Jane Austen in Verbindung gebracht zu werden. "Trust and Triumph" ist lächerlich. Sollte alles ironisch gedacht sein, habe ich es nicht verstanden. (von Mella 04/06) |
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